Der Göttinger Berufsinformationstag (GöBit) ist Südniedersachsens größte Ausbildungsmesse – und er ist längst mehr als „nur“ eine Messe. Am 7. März 2026 öffnet der GöBit von 10 bis 15 Uhr seine Türen in der Lokhalle.

Eine Gruppe von Menschen am Stand von Inklusion bewegen auf dem GöBit 2024.
Aktive für mehr Inklusion versammelten sich 2024 vor dem Am GöBit-Stand von Inklusion bewegen versammelten sich auf dem GöBit 2024 vor dem Stand von Inklusion bewegen.

Seit 2022 begleiten wir von „Inklusion bewegen“ gemeinsam mit vielen engagierten Akteur:innen einen inklusiven Entwicklungsprozess: Barrieren erkennen, abbauen und Teilhabe so organisieren, dass wirklich alle Besucher:innen Orientierung und Zugang bekommen.

Wie alles begann (2022–2024)

2022 startete die Kooperation mit der VHS Göttingen-Osterode (als verantwortlicher Organisatorin des GöBits) – und damit auch die Arbeitsgruppe „Ein GöBit für Alle“. Von Anfang an war der Ansatz partizipativ: Betroffene, Angehörige und Profis arbeiten gemeinsam daran, Barrieren auf der Messe zu identifizieren und konkrete Empfehlungen für den Abbau zu formulieren.

2023 fand dann die erste inklusive Messe in dieser neuen Ausrichtung statt. 2024 wurde konsequent weiter an der Umsetzung der Maßnahmen gearbeitet. Im Herbst 2024 holte sich Inklusion bewegen den Arbeitsauftrag aus der Steuerungsgruppe ab, einen sozial nachhaltigen GöBit auf den Weg zu bringen – als Prozess, der nicht bei Einzelmaßnahmen stehen bleibt, sondern Strukturen verbessert.

Was sich auf der GöBit bereits verändert hat

Inklusion zeigt sich nicht in einem Label, sondern im Detail: in Orientierung, Zugänglichkeit, Unterstützung und einer Haltung, die Vielfalt als Normalität behandelt. Auf dem Messetag wird unter anderem mit Inklusionslotsen gearbeitet: Menschen, die auf Anfrage unterstützen, damit Besucher:innen sich auf dem GöBit gut zurechtfinden – beispielsweise beim Finden von Ständen, beim Einordnen von Informationen oder beim Überwinden von situativen Barrieren (Stress, Unsicherheit, Reizüberflutung).

Parallel wächst auch die digitale Orientierung: Im Bereich „Inklusion“ auf der GöBit-Webseite finden sich gebündelte Informationen – beispielsweise zu Fachpraktiker:innen-Ausbildungen, zu beruflicher Teilhabe (BvB Reha, Budget für Ausbildung, Unterstützte Beschäftigung) sowie eine umfangreiche Übersicht zu Betrieben mit inklusiven Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten.

2025/2026: Innovation trotz enger Rahmenbedingungen

Der GöBit hat – auch durch die Zusammenarbeit mit Inklusion bewegen – viel Anerkennung für seine Innovation bekommen. Gleichzeitig sind die Rahmenbedingungen herausfordernder geworden: Durch seit Jahren steigende Ausrichtungskosten standen finanzielle Mittel nicht mehr in gewohnter Weise zur Verfügung. Umso bemerkenswerter ist die Entscheidung der VHS, den GöBit weiterzuführen – auch mit dem klaren Signal: Wir bleiben im inklusiven Prozess und gestalten ihn weiter.

Für den GöBit 2026 wird sichtbar kommuniziert, dass die Messe im inklusiven Prozess fachlich begleitet wird. Das passt auch in die Zeit: Der inklusive Arbeitsmarkt ist nicht nur ein Zielbild, sondern wird politisch und rechtlich weiter in den Fokus genommen – und braucht Orte, an denen Übergänge Schule–Beruf für alle jungen Menschen realistisch erreichbar werden. Weiter wird dieses Jahr mit Sprachlotsen gearbeitet, die 6 weitere Fremdsprachen abdecken.

Die AG „Ein GöBit für Alle“ – wer mit am Tisch sitzt

Damit Inklusion nicht „über“ Menschen gemacht wird, sondern mit ihnen, braucht es verlässliche Zusammenarbeit. In der AG arbeiten (oder haben mitgearbeitet) unter anderen:

Ausblick: Diversität stärker mitdenken

2027 wäre eine Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle ein wichtiger nächster Schritt, um dem Prozess einen größeren Rahmen zu geben – damit in den kommenden Jahren auch weitere Diversitätsdimensionen systematisch abgedeckt werden können (beispielsweise Migration, Diskriminierungserfahrungen, Mehrfachzugehörigkeiten). Inklusion wird dadurch nicht „breiter“ im Sinne von beliebiger, sondern präziser: weil Barrieren sich überlagern – und Lösungen das ebenfalls tun müssen.

Warum wir das als zentrales Projekt sehen

Der GöBit ist aktuell eines der spannendsten Projekte von Inklusion bewegen, weil sich hier zeigt, wie Inklusion praktisch funktioniert: trialogisch, konkret und wirksam. Wenn eine Messe dieser Größenordnung Wege findet, Orientierung für alle zugänglich zu machen, ist das nicht nur ein Gewinn für Besucher:innen – sondern auch für Betriebe, Schulen, Eltern, Beratungsstellen und die ganze Region.

Wir danken allen Beteiligten für Zeit, Kompetenz und Haltung. Und wir bleiben dran: Ein GöBit für Alle ist kein fertiges Produkt – sondern ein gemeinsamer Weg. Wer sich angesprochen fühlt, kann gern in der AG teilnehmen und mitgestalten. Ihr seid herzlich willkommen.

Jenny Erbach
Referentin für Inklusion, Stadt Göttingen
Telefon: 05 51 / 4 00-23 98

E-Mail: J.Erbach@goettingen.de